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08.05.2017 von Olaf Knief
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SV Beckedorf – TSV Lesumstotel    4:3   (0:2)

 

Nach einem harten Derby am Freitag ging es gleich heute auf einem Montag in Beckedorf weiter. Die positive Nachricht ist, dass wir trotz des Fehlens von Leistungsträgern wie Sven Knief (verletzt) wieder genügend Spieler waren – das läuft diese Saison richtig gut. Für Sven Knief war heute dann wieder sein jüngerer Bruder Olafinho im Team dabei, der im letzten Spiel wiederum fehlte. Dieser wurde heute durch das Zuspätkommen von Jörg in die Abwehr befördert.

 

Bernd Frese hatte zunächst mal als heutiger Coach ordentlich zu tüfteln, aber jeder der glaubt er hätte Stirnfalten, der irrt, das ist ein Sixpack vom ganzen Denken. Er schaffte es wieder ein Team zu basteln, welches auch wieder mit dem in der Tabelle höher positionierten Gegner aus Beckedorf nicht nur mithalten konnte, sondern zunächst überlegen war.

 

Mit einer immer wieder aufrückenden und mitspielenden 4er Abwehrkette machten wir das Spiel, trugen die Bälle ins Mittelfeld und dort dirigierten Torben und Boris das Spiel nach belieben. Der Gegner aus Beckedorf war im Heimspiel aufs Kontern reduziert. Die guten Stürmer der Gegner (Nr. 10 u. 11) wurden von den eigenen Leuten unter diesem Druck so gnadenlos ignoriert, dass sie vermutlich dachten Sie wären Baumarktkunden. Immer wieder kamen wir vor allem über die Außen, wo auch James seine Geschwindigkeit ausnutzen konnte, dazu setzte ihn Jan aus der Abwehr heraus immer wieder geschickt in Szene. Man merkte, dass wir nach der sehr unglücklichen Hinspielniederlage nicht nur wollten, sondern auch machten – und wie heißt es so schön: „Machen ist wie Wollen….nur krasser“.

 

Die logische Folge war dann das 1:0 durch unseren Stürmer Frank Wiesner. Ein Traumpass über gut 30 Meter von Boris Steinwachs wurde perfekt von Frank abgeschlossen. Herrliches Tor. Wenig später dann sogar das 2:0, wieder ein Traumpass von Boris, er steckte auf Wiesel Olli durch und der machte es ganz stark, 2:0. Der gute Keeper der Gegner hatte dieses Mal bei beiden Toren keine Chance. Insgesamt hatte man auch nicht das Gefühl es könne hier heute was anbrennen, dafür standen wir zu sicher, auch wenn wir einmal in der Abwehr richtig pennten. Hier rettete aber Andree.

 

Es ging mit diesem eigentlich sicheren Vorsprung in die Halbzeit. Zahlreiche Fans waren wieder mit dabei und das Wetter war auch wunderschön. Seniorenfußball könnte so schön sein, aber jede Mannschaft (auch wir) hat so einen, der den Frust einfach auf dem Fußballplatz lässt und hierbei rücksichtslos auch Verletzungen der Gegner in Kauf nimmt. Leider schützen hier die Schiedsrichter zu wenig in diesen Ligen.

War das Hinspiel noch super fair, so gab es heute schon einige unnötige Nickligkeiten, wobei man sagen muss, dass der Großteil der Spieler sehr fair war, aber Einzelne dieses Bild zerstören können.

 

Olafinho fasste sich gleich am Anfang der zweiten Halbzeit ein Herz und marschierte an einigen Gegnern vorbei. Die Nr. 6 der Gegner hatte damit wohl ein Problem und foulte dann ohne Chance an den Ball zu kommen von hinten. Ich habe dem Gegner dann deutlich gemacht, dass man so einen Körper wie meinen nicht in die Wiege gelegt bekommt. Es erfordert viel Schokolade, moderate Vernachlässigung und Konsequenz. Ich verzichte auf alles was dick macht, Waage, Spiegel, Fotos. Ein Mann, der im Restaurant sagt: „Ich schaffe den Rest nicht, bitte packen sie alles ein“ und vom Kellner den Hinweis bekommen muss „Aber das ist ein Buffet“, ein solcher Mann möchte nicht im vollen Lauf in einem Seniorenspiel von hinten von den Beinen geholt werden. Ich hatte mir gedacht, wenn es ein Löwenzahn durch den Asphalt schafft, dann werd ich doch sicher auch einen Weg finden, aber dieser war dann mit dem Foul vorbei. Mehr als meine Rippenprellung, welche dann zur Auswechslung führte, regte mich aber auf, dass man dann die gelbe Karte für Meckern bekommt (ich fand ich hätte den Friedensnobelpreis verdient, da ich „nur“ meckerte), aber es für so ein Foul „nur“ einen Freistoß gibt. Vor allem da dieser Spieler an mehreren solchen Aktionen beteiligt war – das muss einfach nicht sein. Auch überhaupt noch zu hinterfragen, ob das ein Foul wäre – „Nein, ich bin hingefallen. Ich habe den Boden umarmt. Mit Tränen in den Augen. Es war ein sehr emotionaler Moment“. Da fehlen mir die Worte im Seniorenfußball. Auch Olli musste mehrmals leiden und wurde von der gegnerischen Nr. 13 wiederholt in die Achillessehne getreten, auch er musste verletzt heraus. Respekt vor diesem gegnerischen Spieler, der mit 75 Jahren noch wirklich einen guten Fußball spielt, aber es kann nicht sein, dass sich durch immer wiederholende Fouls Spieler verletzt das Feld verlassen müssen. Aber dies gilt natürlich auch für uns. Fairplay sollte in dem Alter eigentlich bei allen 22 Spielern Grundvoraussetzung sein. Es gab aber Gott sei Dank auch faire Aktionen in dem Spiel, so dass es hier auf wenige Spieler zu reduzieren ist und es vielleicht wieder Hoffnung auf mehr Fairness und Rücksicht in künftigen Aufeinandertreffen gibt.

 

Kommen wir wieder zum Spiel. Durch die notwendigen Auswechslungen und die härtere Gangart verloren wir leider etwas den Faden und kamen unnötig in Notsituationen. Einige konnte Andree gut retten, aber es kam dann leider auch zu Gegentoren. SV Beckedorf drehte dann mit wenigen Aktionen das Spiel und es stand schnell 3:2. Hier gab es leider auch mindestens ein Abseitstor, aber wer möchte schon Schiedsrichter sein.

Marc schaffte dann noch das 3:3 mit einem wunderschönen Freistoßschlenzer. Ein klasse Tor mit viel Gefühl.

 

Danach gab es Chancen auf beiden Seiten.

 

Leider hatten wir aber das schlechtere Ende, ließen uns immer wieder unnötig auskontern und waren zu weit weg von den Gegenspielern. Die Folge war dann das 4:3. Wir hatten zwar noch viele Chancen, agierten aber zu wenig als Team. Es wurde leider immer mehr ein Gebolze und hier entscheidet dann letztlich das Glück. Dieses hatten wir leider nicht.

 

„Auf einer Skala von 1-10: Wie gut arbeiten sie im Team?“ – „Halt die Fresse und gib mir die scheiß Kugel, ich mache sie selber rein! :o). So geht es halt nicht. Ein guter Pass zum Tor muss einem mehr Wert sein als das erzielte Tor selbst. Also hier ist noch Potenzial, wir haben hier leider den guten roten Faden aus der ersten Halbzeit komplett verloren. Ein typischer Montag halt.

 

Aus zwei Spielen gegen Beckedorf und kompletter Überlegenheit gehen wir nun mit „0“, in Worten „Nuuuull“ Punkten vom Platz. Hieraus müssen wir lernen und mit mehr Ruhe, Übersicht, Teamarbeit wieder zu alten Erfolgen finden. Ich bin da aber guter Dinge.

 

Nach dem Spiel war heute auch der Frust der letzten NIederlagen zu merken oder war es der Frust, weil wir kein Bier in der Kabine hatten? Alkohol ist keine Lösung? Wer sagt das? Falsch! Ethanol besteht aus 3 Stoffen und ist homogen, somit ist es eine Lösung. Passt also in Chemie besser auf. Am Freitag ist wieder ein Wochenendspiel, somit sollte auch hier nachgebessert werden. Ich wünsche Euch dann wieder viel Erfolg, aber vor allem viel Spaß – denn darum geht es.

 

Leider muss ich für das Spiel absagen. Hoffe aber, dass wir wieder ein schlagkräftige Truppe zusammen haben und wieder so viele Fans – klasse.

 

Viele Grüße,

Euer nun zunächst verletzungsbedingt nicht mehr rasende Reporter

Olafinho

 

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