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24.03.2017 von Olaf Knief
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TSV Worphausen – TSV Lesumstotel        5:1   (4:0)

 

2017 konnte der Seniorentrupp des TSV Lesumstotel noch kein Spiel bestreiten, überraschend ging es dann heute gegen den Tabellenführer in die Saison.  Das erste Spiel im Jahr haben wir glaube ich noch nie gewonnen und so lief auch heute wieder alles ab. Wir sollten besser zukünftig mit dem zweiten Spiel starten.

 

Das gesamte Trainerteam ist heute gar nicht erst angereist, 1. Trainer, 2. Trainer, 3. Trainer – alle nicht vor Ort. Unser Capitano Boris Steinwachs musste also alle Verantwortung heute auf seine Schulter nehmen, der Trend geht ja zum Zweitjob. Er war heute Spielertrainer, Motivator, Kapitän u.v.m.

 

Das Gute vorweg, wir waren zumindest genügend Spieler. Drei Ergänzungsspieler gaben schon mal Sicherheit. Auf das Nennen der Mannschaftsaufstellung verzichte ich lieber bei dem Endstand aus datenschutzrechtlichen Gründen.  Weiterhin war es super wieder alle Cremes und Öle in der Kabine zu riechen, also bei meiner Erkältung ließ dies mal die Nase wieder frei werden. Dafür wurden meine Augen stark angegriffen als Olli seine neuen Fußballschuhe präsentiert – mutig.

 

Die erste Halbzeit ist dann auch schnell erzählt, der TSV Worphausen spielte einen schönen und schnellen Fußball und wir waren über die Weihnachtspause sowie viele Spielausfälle noch im Fernsehmodus. Wir schauten zu. Die Gegentore fielen mit sehr viel Glück, aber sie fielen. Kuriose Tore, die eigentlich nicht fallen. Allerdings durch den Spielverlauf und die Überlegenheit unserer Gegner ist die Höhe der Führung absolut erarbeitet worden. Bei uns allen lief überhaupt nichts – ausnahmslos. Erst so die letzten 10 Minuten der ersten Halbzeit kamen wir etwas ins Spiel und auch mal in die Hälfte der Gegner.

Aber es war schwer. Wir hatten uns wie jedes Jahr etwas überschätzt, aber das passiert auch anderen:

 

2011: „Muss nur noch kurz die Welt retten“

 

2016: „Ich bin doch keine Maschine“

 

Tim Bendzko, 31, hat sich überschätzt. 

 

Also kann es auch dem glorreichen TSV Lesumstotel passieren.

 

Positiv war aber, dass die Stimmung auf dem Platz dennoch sehr gut war. Nach anfänglichen kleinen Meckereien von Spielern stellte unser Kommunikator Bernd Bitzer gleich deutlich klar, dass wir hier sind, um Spaß zu haben. Das war sehr gut und wichtig. Im übertragenen Sinne, menschenführungstechnisch gesehen, könnte man über unseren Ruhepol in der Abwehr auch sagen, dass Delfine zu ihm kommen, um mit ihm zu schwimmen (hier mal ein Interview, um auch unseren Fans mal zu zeigen wie wichtig Bernd auf und abseits des Platzes für uns ist:  https://www.youtube.com/watch?v=ZxoO_l77PZw).

 

Statt uns die Freude zu nehmen, hatten wir uns nun motiviert und konnten dann einzelne Gegenstöße einleiten. Wir schafften es bei unseren Gegenstößen sogar, dass unser Ü60ziger Alex im Abseits stand. Eine Rarität und hier sogar umstrittene Entscheidung, aber schön dass der Pfiff kam, um das Kuriosum mal festzuhalten. Wir rätseln nun noch ob er dort noch vom Vor-Angriff stand :o).

 

Der Spaß und die Begeisterung sind halt wichtig. Forscher haben herausgefunden, dass 2 Minuten lachen genauso gesund sind wie 20 Minuten joggen. Seit dem sitze ich z.B. jeden Tag 2 Minuten im Park und lache Jogger aus.

 

Aber man muss schon auch leider selbstkritisch sagen, wenn in der ersten Halbzeit jemand 1200 Kalorien verbrannt hat, dann hat er vor dem Spiel die Pizza im Ofen vergessen.

 

Es ist aber auch nicht einfach diese langen Spielpausen fett äääh fit zu überbrücken. Seit ich jeden Morgen Liegestütze mache, fühle ich mich zwar wie Neugeborgen – ich liege hilflos rum und weine viel – aber ich konnte es noch nicht auf den Platz bringen.

 

In der zweiten Halbzeit wurde es dann aber alles etwas besser und macht Hoffnung für das nächste Spiel am Montag. Immer mehr fand ein Spiel auf Augenhöhe statt. Worphausen hatte weiterhin schöne Angriffe und hohe Spielanteile, aber nun griffen wir auch deutlicher ins Spielgeschehen ein. Vor allem James und Boris schafften immer wieder schöne Angriffe, auch der eingewechselte Jan (schön dass Du wieder dabei bist) machte über rechts Dampf. Frank Wiesner lief vorne unermüdlich und riss alle mit.

 

Wir fielen zwar ab und an wieder in Verhaltensmuster der ersten Halbzeit zurück und ich glaube Boris hatte kurz die Überlegung die „Lesumstotel-GO-App“ auf sein Handy herunterzuladen, um so vielleicht auf dem Platz laufbereite Mitspieler finden zu können :O).

 

Aber ab und an klappte es, so z.B. als Olafinho kurz sein brasilianisches Können aufblitzen ließ und mit Hacke unseren Roadrunner James einsetzte, dieser sprintete dann über den halben Platz und an den Keeper vorbei und netzte ein. 1:4 nur noch.

 

Danach erspielten wir uns zahlreiche weitere Chancen, leider hatte Worphausen eine wirklich gute Abseitsfalle, die uns oft ausbremste. Es fehlte uns weiter der Mut und die Kaltschnäuzigkeit vorm Tor, da war uns der Gegner überlegen, welcher dann seinerseits noch ein Tor schoss. Aber immerhin ging die zweite Halbzeit ausgeglichen zu Ende. Das macht dann doch Hoffnung.

 

Im Anschluss ging es dann wieder humorvoll in der Kabine weiter, viele gute Sprüche. Olli befragte z.B. den Trainer, warum er erste Halbzeit rechtes Mittelfeld spielte und zweite Halbzeit linkes Mittelfeld, ob er ihm den Seitenwechsel nicht zugetraut hätte. Unser Neuzugang aus Löhnhorst, Frank, gab dazu noch eine Kiste Flensburger aus – herzlichen Dank, das erhöhte natürlich weiter den Spaßfaktor. James kann sich das Ganze noch als Fortbildung eintragen, da er nun weiß wie man dieses Bier auch öffnet – war ihm vorher nicht so klar. Ja so ist das, wenn unsere Engländer im Team von „Komasaufen“ sprechen, dann wussten wir Lesumstoteler lange nicht was sie meinten. Irgendwann haben wir es dann begriffen: Auf dem Dorf haben wir immer „Vorglühen“ dazu gesagt.

 

Was das angeht kann man auf dem Dorf eh viel lernen. Wenn Du hier jemand fragst „Bekommst du in deiner Arbeit bei der Brauerei auch etwas kostenlos“, dann entsteht folgendes Gespräch:

 

„Ja, 10 Kästen Bier pro Monat“

 

„Und was machst du mit dem Rest?“

 

„Im Laden kaufen“

 

Also zahlreiche Sprüche wurden wieder untereinander ausgetauscht und es wurde viel gelacht, alle waren an der frischen Luft und haben sich bewegt, niemand hat sich verletzt – also trotz Niederlage alles gut.

Montag ist das nächste Spiel um 19.30 Uhr in unserem Moormannskampstadion. Es kehren einigen wichtige Spieler wieder in den Kader zurück und wir sind gute Dinge. Wir sind also über alle Fans froh, um dann vielleicht über die gesamte Spiellänge wieder gute Leistungen zeigen zu können.

 

Viele Grüße

Euer rasender Reporter

Olafinho

 

 

 

 

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